0-12 Monate

Häufige Fragen/ Probleme

Gastroösophagealer Reflux („Gütscheln“)

Eigentlich hat jeder Säugling einen sogenannten Reflux. D. h. es gibt regelmässige Episoden, in denen Nahrung (d.h. anfangs Milch) vom Magen Richtung Speiseröhre zurückfliesst. Das hat u.a. mit der Anatomie zu tun: Der Winkel zwischen Magen und Speisröhre ist viel flacher als beim Erwachsenen und begünstigt so einen Rückfluss. Dem einen Kind fliesst es nur bis unterhalb der Kehlkopfes, dem sieht man gar nichts an, dem anderem fliesst es bis in den Mund. Dieses Kind schmatzt, kaut und schluckt vielleicht unabhängig vom Stillen oder Schöppeln zwischendrin. Dem nächsten läuft zwischendurch etwas aus dem Mund heraus und dann gibt es Kinder, die sogar im Schwall, auch durch die Nase etc. Erbrechen. Es gibt zwei Gründe, ein Reflux zu behandeln: Erstens, wenn das Kind -weil es so viel erbricht- nicht mehr gut zunimmt. Zweitens, wenn so viel saurer Magensaft zurückfliesst, dass die Speiseröhre sich entzündet. Solche Kinder sind in der Regel sehr unleidig, trinken nicht gut und Überstrecken immer wieder den Kopf.

Stuhlgang

Ein Muttermilch-ernährter Säugling hat zwischen 8 x am Tag und alle 7 Tage Stuhlgang. Das kann auch plötzlich ändern und kann Eltern, die das nicht kennen, sehr erschrecken. Solange das Kind keine deutlichen und langandauernden Schmerzen hat und der Stuhlgang, wenn er dann kommt, weich ist, so ist das normal. Oft „knorzen“ diese Kinder jedoch immer wieder, ziehen die Beine an, bekommen eine roten Kopf und Sie denken: Jetzt müsste es doch langsam mal… Was evtl. helfen kann: Bauchmassagen (im Uhrzeigersinn), Fencheltee zwischendurch, Flatulex-Tropfen bei viel „Wind“, Spazieren gehen… und wenn wirklich gar nichts mehr geht: Mit einem Fieberthermometer (möglichst Digital) mit etwas Vaseline vorne drauf „Fiebermessen“, (nicht Bohren!). Das löst oft einen Reflex aus, so dass die Säuglinge Stuhlen können.

3- Monatskoliken/ Schreikinder

Viele Säuglinge sind oft unzufrieden und unruhig, einige schreien viel und lassen sich schlecht beruhigen. Früher hiess das: Ja, Ihr Kind hat 3-Monatskoliken… Es gibt wohl kaum etwas Anstrengenderes als ein Kind, dass ständig schreit und sich nicht beruhigen lässt (ich weiss das aus eigener Erfahrung)…scheuen Sie sich nicht davor dieses Problem anzusprechen. Eine erste wichtige Information ist z. B. auch, wenn der Kinderarzt sagen kann, dass mit Ihrem Kind soweit alles in Ordnung ist. Also: dann der Text unten

Hüftultraschall

In der Schweiz weisen 0.5-1 % der Säuglinge eine behandlungsbedürftige Störung der Hüftgelenksentwicklung auf. Man spricht von einer Hüftgelenksdysplasie, wenn die Gelenkpfanne ungenügend ausgebildet ist und von einer Hüftluxation, wenn der Gelenkkopf aus der Gelenkpfanne gleiten kann. Mit einer Ultraschalluntersuchung in den ersten Lebenswochen kann die Entwicklung der Hüftgelenke zuverlässig beurteilt und eine allfällige Störung rechtzeitig erfasst werden. Eine dadurch mögliche Früh-Behandlung dauert weniger lang, ergibt bessere Resultate und lässt Operationen meist vermeiden.

Unfallprophylaxe

Der gefährlichste Ort für den Säugling ist der Wickeltisch. Auch wenn sich Ihr Kind aktuell noch nicht dreht, es bewegt sich hin und her, ist unruhig und ist schneller heruntergefallen als Sie denken.

Deswegen:

  • Windeln und Kleider neben dem Wickeltisch deponieren
  • Wenn Sie sich Umdrehen müssen: Eine Hand um das Bein Ihres Kindes
  • Wenn die Türglocke klingelt, das Telefon läutet, das Essen anbrennt etc.: Kind mitnehmen oder schnell auf den Boden legen

Badewanne

Sie haben ein Thermometer, dieses könnte einmal kaputt sein. Da sich der Säugling extrem schnell verbrüht, immer mit dem Ellenbogen (mit der Hand haben wir eine schlechte Temperaturempfindung) überprüfen, ob das Wasser sicher nicht zu heiss ist

Autofahrt

Der Kindersitz im Auto (z.B. Maxicosi) muss so montiert sein, dass Ihr Kind (bis zum Alter von ca. 12 Monaten) mit dem Rücken in Fahrrichtung sitzt bzw. hinten aus dem Auto herausschaut. Der Sitz sollte nicht bei einem Airbag montiert werden, d.h. in aller Regel auf dem Rücksitz

Plötzlicher Kindstod

Die vier Empfehlungen zur Reduktion des plötzlichen Kindstodes sind:

  • 1. Rauchfreie Umgebung
  • 2. Nur Rückenlage im Schlaf
  • 3. Schlafzimmertemperatur 18 -20°C
  • 4. Ziehen Sie Ihr Kind nicht zu warm an (Kein Mützchen), kein Lammfell