Allgemein

Fieber

Wann spricht man von Fieber?

Ein Kind hat Fieber, wenn

• die Temperatur im „Fudi“ (rektal) gemessen 38,0°C übersteigt

Temperaturerhöhungen bis 38°C rektal können durch viel Bewegung, zu warme Bekleidung, ein heißes Bad oder heißes Wetter verursacht werden. Falls dies zutreffen könnte kontrollieren Sie die Temperatur nach ca. 30 ruhigen Minuten nochmals.

Was ist Fieber? Ursachen von Fieber?

Fieber ist ein Symptom und keine Krankheit. Fieber ist eine normale Antwort des Körpers auf Infektionen und spielt eine Rolle bei deren Abwehr. Fieber entsteht durch Vorgänge im Immunsystem. Oft ist Fieber durch eine Virusinfektion verursacht, manchmal aber auch durch eine Infektion mit Bakterien. Ob Zahnen zu Fieber führt, ist umstritten.

Das meiste Fieber durch Virusinfektionen dauert zwei bis drei Tage, zuweilen auch etwas länger. Oft ist das Fieber allein kein gutes Kriterium für die Schwere einer Krankheit. Wie sich Ihr Kind benimmt und wie es reagiert, ist viel wichtiger. Fieber unter 41,7°C verursacht keine Schädigung. Obschon alle Kinder von Zeit zu Zeit Fieber haben, kommt es nur bei wenigen gelegentlich zu einem Fieberkrampf. Dieser ist meistens harmlos, wenn er nur kurz dauert und ein Kind außerhalb von Fieber nie Krampfanfälle hat.

Was können Sie tun?

Sorgen Sie für eher leichte Bekleidung, wenn Ihr Kind Fieber hat. Es muss die Wärme abgeben können. Geben Sie ihm aber eine warme Decke, wenn es fröstelt, zittert oder Schüttelfrost hat. Geben Sie Ihrem Kind genug zu trinken (kühle Getränke, oft und in kleinen Portionen).

Fiebersenkende Medikamente

Ausschlaggebend für die Gabe von Medikamenten gegen Fieber sollte immer der Allgemeinzustand Ihres Kindes sein. Ein fiebersenkendes Medikament kann Ihrem Kind für eine Weile etwas Besserung bringen, also dürfen Sie davon Gebrauch machen. Andererseits ist ein Medikament nicht nötig, wenn sich Ihr Kind trotz Fieber gut fühlt.

Behandeln Sie Ihr Kind und nicht das Thermometer!

Beachten Sie, dass Fieber Ihrem Kind helfen kann, die Infektion zu überstehen. Verwenden Sie ein fiebersenkendes Medikament, wenn die Temperatur über 39°C steigt, vor allem in der Nacht und wenn Ihr Kind unter dem Fieber leidet. Kindern im Alter von mehr als drei Monaten kann man gut eines der gängigen fiebersenkenden Präparate geben, als Zäpfchen oder als Sirup (z. B. Benuron, Tylenol, Dafalgan etc.).

Geben Sie das Medikament korrekt gemäß der angegebenen Dosis für das Alter, wenn nötig alle vier bis sechs Stunden. Maximal eine Stunde nach der Gabe senkt das Medikament meist – häufig mit einem Schweißausbruch – das Fieber vorübergehend und womöglich nicht vollständig.

Bedenken Sie, dass das Medikament die Krankheit nicht heilt, sondern nur das Symptom Fieber vorübergehend mildert und vielleicht etwas zum Wohlbefinden beiträgt. Wenn die Wirkung des Medikamentes nach vier Stunden abklingt, kann die Temperatur wieder ansteigen. Wecken Sie Ihr Kind nicht, um Fieber zu messen, wenn es schlafen kann!

Kalte Wadenwickel, Essigsocken oder ein kühlendes Bad?

Diese alten Methoden können angewendet werden, wenn sich Ihr Kind heiß anfühlt und warme Beine hat, jedoch nicht während eines Schüttelfrostes.

Das kühlende Bad soll nicht kalt, sondern lauwarm sein. Es senkt die Temperatur durch Ableitung der Hitze ins Wasser oder durch Verdunstungskühlung. Wenn Sie das Kind aus dem Bad nehmen, nicht sofort abtrocknen.

Wann sollten Sie Kontakt zum Arzt aufnehmen?

Kontaktieren Sie einen Arzt sofort, wenn

  • Ihr Kind jünger als drei Monate ist
  • das Fieber auf 41°C oder höher steigt
  • Ihr Kind untröstlich schreit
  • es schwer weckbar ist
  • es einen Fieberkrampf hat
  • sein Nacken steif oder die Fontanelle (weiche Knochenlücke am Säuglingschädel) vorgewölbt ist
  • Sie bei Ihrem Kind einen oder mehrere dunkelrote oder blaue nicht wegdrückbare Flecken auf der Haut bemerken
  • es schwer oder geräuschvoll atmet, was sich nicht bessert, nachdem Sie Nasensekret entfernt haben
  • es nicht schlucken und trinken kann
  • Ihr Kind schlecht aussieht oder Ihnen sonst nicht gefällt
  • Sie Fragen oder Ängste haben.

Innerhalb von 24 Stunden, wenn

Ihr Kind jünger als sechs Monate ist (außer kurz nach einer Impfung)

das Fieber 40,0 – 40,9°C beträgt, besonders wenn es jünger als zwei Jahre ist

Brennen oder Schmerzen auftreten beim Urinlassen oder der Urin „scharf“ riecht

Ihr Kind länger als 24 Stunden Fieber hat, ohne dass Sie wissen warum.

Fieber, das nach einer Besserung wiederkehrt oder Fieber, das länger als 3 Tage andauert sollte ein Grund für einen Arztbesuch sein.

Vorsorgeuntersuchungen

Die Schwerpunkte der jeweiligen Vorsorgeuntersuchungen

1-Monatuntersuchung

  • Gegenseitiges Kennenlernen
  • Stillen/ Ernährung
  • SIDS-Prävention (plötzlicher Kindstod)
  • Unfallprophylaxe
  • Impfberatung
  • Vitamin-K und -D-Prophylaxe
  • Herz-Kreislaufsystem
  • Hüft-Ultraschall
  • Hörscreening
  • Masse (Gewicht, Grösse)

2-Monatsuntersuchung

  • Beratung bei Schlaf- und Schreiproblemen
  • Ressourcen für die Eltern
  • Erste Impfung

4-Monatsuntersuchung

  • Ernährungsberatung (Beginn Beikost?)
  • Schlafverhalten
  • Impfung

6-Monatsuntersuchung

  • Gehör (Fragebogen, Hochtonrassel)
  • Beratung bzgl. „Fremden“
  • Kariesprophylaxe
  • ausserfamiliäre Betreuung, mütterliche Erwerbstätigkeit
  • Bewegungsmuster
  • Impfung

12-Monatsuntersuchung

  • Spielverhalten (Beurteilung des geistigen und sozialen Entwicklungsstandes)
  • Essverhalten
  • Fein- und grobmotorische Entwicklung
  • Augenkontrolle (Schielen)
  • Impfung

18-Monatsuntersuchung

  • Spielverhalten und Sprachentwicklung
  • Selbstständigkeitsentwicklung, Ich-Entwicklung
  • Fein- und grobmotorische Entwicklung
  • Ernährung, Essverhalten
  • Impfung

24-Monatsuntersuchung

  • Sprachentwicklung und Spielverhalten
  • Persönlichkeitsentfaltung, Erziehungsfragen
  • Soziales Verhalten unter Kindern (Sozialkontakt – Anbahnung)
  • Fein- und grobmotorische Entwicklung
  • Impfung

3-4 Jahresuntersuchung

  • Sprache/Zeichen
  • Beurteilung des Eintritts in den Kindergarten
  • Sehen

6-Jahresuntersuchung

  • Schulreifefragen
  • Soziales Verhalten (Kindergarten)
  • Fein- und grobmotorische Entwicklung
  • Sehen und Gehör
  • Impfung

10-Jahresuntersuchung

  • Beratung zu Pubertätsfragen
  • Sport und Freizeit
  • Zahnstellung
  • Sehen und Gehör
  • Bewegungsapparat: Wirbelsäule, Gelenke, Haltungsprobleme
  • Kontakt zum Jugendlichen vertiefen

14 Jahresuntersuchung

  • Grösse und Gewicht
  • Prävention: Sexualaufklärung, AIDS, Suchtprävention (Rauchen, Alkohol, Drogen)
  • Pubertätsentwicklung
  • Bewegungsapparat: Wirbelsäule, Gelenke, Haltungsprobleme
  • Schul- und Berufswahlberatung
  • Schlussimpfungen